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Wie kann ich Geld aus der GmbH nehmen, ohne viel Steuern zu zahlen? – Ein Leitfaden für Geschäftsführer

  • Autorenbild: Martin Reiss
    Martin Reiss
  • vor 4 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Wie kann ich als Geschäftsführer einer GmbH Gewinne möglichst steuereffizient entnehmen? Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es und welche Risiken sollte ich unbedingt vermeiden? Diese Fragen begegnen uns in der täglichen Beratungspraxis der REISS Steuerkanzlei regelmäßig – und sie sind entscheidend für Ihre private Liquidität und den nachhaltigen Vermögensaufbau.


Zunächst ist es wichtig zu verstehen, warum die Entnahme von Geldern aus einer GmbH steuerlich anspruchsvoll ist. Die GmbH ist eine eigenständige juristische Person, sodass Gewinne zunächst auf Ebene der Gesellschaft besteuert werden. Hier fallen Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer an. Erst im zweiten Schritt, wenn Geld an Sie als Gesellschafter fließt, erfolgt eine weitere Besteuerung auf Ihrer persönlichen Ebene. Genau aus dieser sogenannten Doppelbesteuerung ergibt sich der Bedarf nach einer durchdachten und individuellen Strategie.


Eine der zentralen Fragen lautet daher: Welche Entnahmeform ist für mich persönlich die steuerlich günstigste? Eine pauschale Antwort gibt es nicht, da Faktoren wie Ihre Beteiligungshöhe, Ihr persönlicher Steuersatz, Ihre Liquiditätsbedürfnisse und Ihre langfristige Planung eine wesentliche Rolle spielen.


In der Praxis stellt das Geschäftsführergehalt häufig die Grundlage dar. Es bietet Ihnen eine kontinuierliche Liquidität und mindert gleichzeitig den steuerpflichtigen Gewinn der GmbH, da es als Betriebsausgabe abzugsfähig ist. Allerdings unterliegt das Gehalt Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz, der insbesondere bei höheren Einkommen deutlich über der Abgeltungsteuer liegen kann. Hier stellt sich die entscheidende Frage: Ist mein Geschäftsführergehalt steuerlich optimal ausgestaltet oder zahle ich möglicherweise unnötig hohe Steuern? Gleichzeitig ist zwingend darauf zu achten, dass das Gehalt einem Fremdvergleich standhält, da ansonsten das Risiko einer verdeckten Gewinnausschüttung besteht.


Neben dem Gehalt ist die Gewinnausschüttung ein klassischer Weg, um Mittel aus der GmbH zu entnehmen. Doch wie wird eine Ausschüttung besteuert und wann lohnt sie sich? In der Regel unterliegt sie der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Alternativ kann unter bestimmten Voraussetzungen das Teileinkünfteverfahren angewendet werden, bei dem nur 60 Prozent der Einkünfte steuerpflichtig sind, diese jedoch mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Die entscheidende strategische Frage lautet hier: Ist in meiner individuellen Situation die pauschale Besteuerung günstiger oder lohnt sich das Teileinkünfteverfahren?


Eine weitere Möglichkeit stellt die Tantieme dar, also eine erfolgsabhängige Vergütung. Sie ermöglicht es, flexibel auf die wirtschaftliche Entwicklung der GmbH zu reagieren und gleichzeitig den Gewinn der Gesellschaft zu reduzieren. Doch wann ist eine Tantieme steuerlich wirksam vereinbart? Die Antwort ist eindeutig: Sie muss im Voraus, also vor Beginn des betreffenden Geschäftsjahres, klar und schriftlich geregelt sein. Andernfalls erkennt das Finanzamt die Vereinbarung nicht an. Auch hier gilt: Die Angemessenheit ist entscheidend, um steuerliche Risiken zu vermeiden.


Darüber hinaus stellen sich viele Geschäftsführer die Frage: Kann ich mir einfach ein Darlehen aus meiner GmbH gewähren? Grundsätzlich ist dies möglich, allerdings nur unter strengen Voraussetzungen. Das Darlehen muss einem Fremdvergleich standhalten, das heißt, es müssen marktübliche Zinsen vereinbart und tatsächlich gezahlt werden, und die Rückzahlung muss realistisch sein. Andernfalls wird auch hier schnell eine verdeckte Gewinnausschüttung angenommen – mit entsprechenden steuerlichen Konsequenzen.


Nicht zu unterschätzen sind zudem Sachleistungen, wie etwa die Nutzung eines Firmenwagens oder anderer betrieblicher Vorteile. Diese können eine sinnvolle Ergänzung zur Gesamtvergütungsstruktur darstellen, müssen jedoch ebenfalls steuerlich korrekt bewertet und dokumentiert werden. Die Frage lautet hier: Nutze ich alle legalen Gestaltungsmöglichkeiten oder verschenke ich Potenzial?

Die zentrale Erkenntnis aus all diesen Optionen ist eindeutig: Es gibt nicht den einen optimalen Weg, sondern nur eine individuell abgestimmte Kombination verschiedener Maßnahmen. Genau hier liegt der entscheidende Mehrwert einer vorausschauenden steuerlichen Gestaltung. Wer seine Entnahmestrategie frühzeitig plant und regelmäßig überprüft, kann seine Steuerbelastung signifikant reduzieren und gleichzeitig Rechtssicherheit schaffen.


Die entscheidenden Fragen, die Sie sich stellen sollten, lauten daher: Wie hoch ist meine aktuelle Gesamtsteuerbelastung? Welche Kombination aus Gehalt, Ausschüttung und variablen Vergütungsbestandteilen ist für mich optimal? Und wie stelle ich sicher, dass alle Vereinbarungen steuerlich anerkannt werden?


Als REISS Steuerkanzlei liegt unser Fokus darauf, genau diese Fragen gemeinsam mit Ihnen zu analysieren und eine maßgeschneiderte Strategie zu entwickeln, die sowohl steuerlich effizient als auch rechtssicher ist. Denn gerade im Bereich der GmbH-Gestaltung entscheidet nicht nur das „Was“, sondern vor allem das „Wie“ über den langfristigen Erfolg.

Wie Geschäftsführer in Rosenheim und München Geld steueroptimiert aus der GmbH entnehmen: Gehalt, Gewinnausschüttung, Tantieme & mehr im Überblick. Strategien zur Reduzierung der Steuerbelastung verständlich erklärt – praxisnah für GmbH-Geschäftsführer.

 
 

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