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Was ist steuerlich besser: Geschäftsführergehalt oder Dividende?

  • Autorenbild: Martin Reiss
    Martin Reiss
  • 13. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Die Frage, ob ein GmbH-Geschäftsführer sein Einkommen besser über ein Geschäftsführergehalt oder über Gewinnausschüttungen (Dividenden) beziehen sollte, gehört zu den klassischen Gestaltungsüberlegungen im Steuerrecht. Sie ist gleichzeitig eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen für Gesellschafter-Geschäftsführer – mit unmittelbaren Auswirkungen auf Steuerbelastung, Liquidität und rechtliche Sicherheit.


Als spezialisierte Steuerkanzlei mit Fokus auf unternehmerische Beratung begleiten wir Sie regelmäßig bei genau dieser Abwägung. Entscheidend ist dabei immer: Es gibt keine pauschale „beste Lösung“. Vielmehr kommt es auf eine strukturierte, individuell optimierte Kombination an.



Grundsatz: Gehalt vs. Dividende – der steuerliche Unterschied

Zunächst ist es wichtig, die systematischen Unterschiede zu verstehen:


1. Geschäftsführergehalt

  • Wird als Betriebsausgabe in der GmbH verbucht

  • Mindert den zu versteuernden Gewinn der GmbH

  • Unterliegt beim Geschäftsführer der Einkommensteuer (progressiver Tarif)

  • Zusätzlich fallen Sozialversicherungsfragen an (je nach Beteiligung)


2. Dividende (Gewinnausschüttung)

  • Wird aus dem versteuerten Gewinn der GmbH gezahlt

  • Unterliegt zunächst der Körperschaftsteuer + Gewerbesteuer auf Ebene der GmbH

  • Beim Gesellschafter:

    • Abgeltungsteuer (25 % + SolZ) oder

    • Teileinkünfteverfahren (60 % steuerpflichtig) bei Beteiligung ≥ 25 % bzw. ≥ 1 % mit Tätigkeit



Die zentrale W-Frage: Was ist insgesamt steuerlich günstiger?

Die entscheidende Frage lautet nicht isoliert „Gehalt oder Dividende“, sondern:


→ Wie hoch ist die Gesamtsteuerbelastung über beide Ebenen?


Denn:

  • Gehalt → höhere Steuer beim Geschäftsführer, aber geringere Steuer in der GmbH

  • Dividende → höhere Steuer in der GmbH, aber ggf. geringere Besteuerung beim Gesellschafter



Wann ist ein Geschäftsführergehalt steuerlich sinnvoll?

Ein angemessenes Geschäftsführergehalt ist in vielen Fällen die Basis einer soliden steuerlichen Gestaltung.


Vorteile:

  • Reduziert direkt die Steuerlast der GmbH

  • Planbare Liquiditätsabflüsse

  • Vermeidung von „Thesaurierungseffekten“


Typische Einsatzfälle:

  • Hohe Gewinne in der GmbH

  • Geschäftsführer benötigt laufende Liquidität

  • Progressiver Steuersatz liegt noch im moderaten Bereich


Achtung:

Das Gehalt muss fremdüblich sein. Ein zu hohes Gehalt kann vom Finanzamt als verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) qualifiziert werden – mit erheblichen steuerlichen Nachteilen.



Wann ist eine Dividende steuerlich vorteilhaft?

Die Ausschüttung von Gewinnen bietet sich insbesondere in folgenden Konstellationen an:

Vorteile:

  • Keine Sozialversicherungsbelastung

  • Ggf. niedrigere Besteuerung durch Abgeltungsteuer

  • Flexibilität bei der Gewinnverwendung


Typische Einsatzfälle:

  • Hoher persönlicher Steuersatz (> 42 %)

  • Gewinne sollen nicht vollständig laufend entnommen werden

  • Strategische Vermögensbildung


Einschränkung:

Die Doppelbesteuerung (GmbH + Gesellschafter) darf nicht unterschätzt werden. In vielen Fällen liegt die Gesamtbelastung bei rund 48–50 %.



Die optimale Lösung: Die richtige Mischung

In der Praxis zeigt sich:

Die Kombination aus Geschäftsführergehalt und Dividende ist meist der steuerlich optimale Weg.


Ziel einer professionellen Gestaltung:

  • Ausnutzung des Betriebsausgabenabzugs

  • Steueroptimierte Ausschüttung

  • Vermeidung von vGA-Risiken

  • Berücksichtigung persönlicher Lebenssituation



Wichtige W-Fragen für GmbH-Geschäftsführer


Welche Höhe sollte mein Geschäftsführergehalt haben?

→ Es muss angemessen und fremdüblich sein. Branchenvergleiche und individuelle Faktoren sind entscheidend.


Wann sollte ich Gewinne ausschütten?

→ Ausschüttungen sollten strategisch erfolgen, z. B. bei günstiger persönlicher Steuerbelastung oder zur Vermögensplanung.


Wie vermeide ich steuerliche Risiken?

→ Durch klare Verträge, saubere Dokumentation und laufende steuerliche Begleitung.


Welche Rolle spielt meine Beteiligung?

→ Sie entscheidet darüber, ob Abgeltungsteuer oder Teileinkünfteverfahren zur Anwendung kommt.


Häufige Fehler aus der Praxis

Aus unserer Beratungspraxis sehen wir regelmäßig folgende Problembereiche:

  • Zu niedriges oder zu hohes Geschäftsführergehalt

  • Fehlende vertragliche Regelungen

  • Ungeplante oder spontane Gewinnausschüttungen

  • Keine Gesamtsteuerbetrachtung

  • Ignorieren von Sozialversicherungsthemen


Diese Fehler führen oft zu unnötig hohen Steuerbelastungen oder sogar zu steuerlichen Risiken.



Fazit: Strategische Steuerplanung ist entscheidend

Die Frage „Geschäftsführergehalt oder Dividende?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend ist eine individuelle, ganzheitliche Steuerstrategie, die sowohl die GmbH als auch die private Ebene berücksichtigt.


Für GmbH-Geschäftsführer bedeutet das:

  • Steueroptimierung ist kein Zufallsprodukt, sondern Ergebnis gezielter Planung

  • Die richtige Struktur kann jährlich erhebliche Beträge sparen

  • Professionelle Beratung ist ein klarer Wettbewerbsvorteil


Wenn Sie als GmbH-Geschäftsführer sicherstellen möchten, dass Ihre Vergütungsstruktur steuerlich optimal gestaltet ist, lohnt sich eine fundierte Analyse.

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