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💔 Wirken sich Scheidungskosten auf meine Steuer aus?

  • Autorenbild: Martin Reiss
    Martin Reiss
  • vor 13 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Steuerliche Behandlung von Scheidungskosten 2026 – Was Steuerpflichtige wissen müssen


Eine Scheidung ist emotional belastend – und finanziell ebenfalls. Viele Mandanten fragen sich daher: Kann ich Scheidungskosten steuerlich absetzen?


Die klare Antwort lautet: In den meisten Fällen nein.


Aber wie so oft im Steuerrecht kommt es auf die Details an. 👇



⚖️ Grundsatz: Scheidungskosten sind seit 2013 nicht mehr absetzbar


Bis einschließlich 2012 konnten Scheidungskosten häufig als außergewöhnliche Belastungen (§ 33 EStG) geltend gemacht werden.

Seit der Gesetzesänderung 2013 gilt jedoch:

Prozesskosten sind grundsätzlich nicht mehr steuerlich abziehbar, es sei denn, der Steuerpflichtige würde ohne die Prozessführung seine Existenzgrundlage verlieren.

Die Finanzverwaltung und der Bundesfinanzhof haben klargestellt, dass Scheidungskosten typischerweise keine existenzbedrohende Situation im steuerlichen Sinne darstellen.


Dazu zählen insbesondere:

  • Anwaltskosten ⚖️

  • Gerichtskosten

  • Kosten für Versorgungsausgleich

  • Mediationskosten

  • Gutachterkosten im Scheidungsverfahren


➡️ Diese Aufwendungen gelten als privat veranlasst und sind steuerlich grundsätzlich nicht abziehbar.



🏠 Gibt es Ausnahmen bei Scheidungskosten?


1️⃣ Existenzgefährdende Verfahren (seltene Ausnahme)

Nur wenn ohne das Gerichtsverfahren die wirtschaftliche Existenz bedroht wäre, könnte eine steuerliche Berücksichtigung in Betracht kommen.

Beispiel:

  • Verfahren zur Sicherung der eigenen Lebensgrundlage

  • Abwehr existenzvernichtender Forderungen


Eine normale Ehescheidung erfüllt diese Voraussetzung in der Regel nicht.



2️⃣ Unterhaltszahlungen sind steuerlich relevant 💶

Während Scheidungskosten selbst meist nicht absetzbar sind, sieht es bei Unterhaltsleistungen anders aus.


Es gibt zwei Modelle:

✔️ Realsplitting (§ 10 Abs. 1a Nr. 1 EStG)

  • Unterhalt bis zu 13.805 € pro Jahr (Stand 2026) als Sonderausgaben abziehbar

  • Zustimmung des Empfängers erforderlich

  • Empfänger muss Zahlung versteuern


✔️ Außergewöhnliche Belastung (§ 33a EStG)

  • Unterhalt bis zum Grundfreibetrag abziehbar

  • Keine Besteuerung beim Empfänger


Hier lohnt sich eine steuerliche Gestaltung unbedingt. 🔍


3️⃣ Vermögensübertragungen im Zuge der Scheidung

Bestimmte Übertragungen können steuerliche Folgen haben:

  • 🏡 Immobilienübertragungen

  • 💼 Unternehmensanteile

  • 📈 Kapitalanlagen


Insbesondere bei Immobilien kann die Spekulationsfrist (§ 23 EStG) eine Rolle spielen. Hier entstehen häufig steuerliche Risiken, die im Vorfeld geprüft werden sollten.



👶 Kinder & Steuer nach der Scheidung


Nach der Trennung stellen sich oft weitere steuerliche Fragen:

  • Wer erhält den Kinderfreibetrag?

  • Wer bekommt das Kindergeld?

  • Ist der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (§ 24b EStG) möglich?


Gerade der Entlastungsbetrag kann die Steuerlast erheblich reduzieren.



📌 Fazit: Scheidungskosten und Steuer – die Realität


Scheidungskosten selbst sind steuerlich in der Regel nicht absetzbar. Dennoch entstehen im Zusammenhang mit einer Scheidung zahlreiche steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten:

  • Optimierung von Unterhaltszahlungen

  • Steuerneutrale Vermögensübertragungen

  • Wahl der richtigen Steuerklasse

  • Nutzung von Freibeträgen

  • Gestaltung beim Versorgungsausgleich


Eine strategische Beratung kann hier mehrere tausend Euro Unterschied machen. 💡


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