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Wie viel Steuer-Rücklage braucht eine GmbH wirklich?

Autorenbild: Martin Reiss
Martin Reiss
vor 3 Tagen
2 Min. Lesezeit

Eine GmbH sollte für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer regelmäßig rund 30 % ihres steuerpflichtigen Gewinns zurücklegen.


Je nach Gewerbesteuer-Hebesatz kann die tatsächliche Gesamtbelastung etwas darunter oder deutlich darüber liegen. Entscheidend ist nicht der Kontostand, sondern der voraussichtliche steuerliche Gewinn.



Wie hoch ist die Steuerbelastung einer GmbH?


Für Gewinne einer GmbH fallen grundsätzlich drei Belastungen an:

  • Körperschaftsteuer: 15 % bis einschließlich 2027

  • Solidaritätszuschlag: 5,5 % auf die Körperschaftsteuer

  • Gewerbesteuer: abhängig vom Hebesatz der Gemeinde


Die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag beträgt damit rund 15,83 %.


Bei der Gewerbesteuer beträgt die Steuermesszahl 3,5 %. Bei einem Hebesatz von beispielsweise 400 % ergibt sich daraus eine Gewerbesteuer von 14 % des Gewerbeertrags.


Die Gesamtsteuerbelastung liegt in diesem Beispiel bei knapp 30 %.



Wie viel sollte eine GmbH konkret zurücklegen?


Als einfache Orientierung kann eine GmbH monatlich oder quartalsweise etwa 30 % des erwarteten steuerpflichtigen Gewinns als Steuer-Rücklage reservieren.


Bei hohen kommunalen Gewerbesteuer-Hebesätzen kann eine Rücklage von 31 bis 33 % sinnvoll sein. Bei niedrigeren Hebesätzen kann die tatsächliche Steuerbelastung entsprechend geringer ausfallen.


Die Rücklage sollte regelmäßig an die aktuelle Gewinnentwicklung angepasst werden.



Welche Vorauszahlungen muss eine GmbH berücksichtigen?


Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen werden grundsätzlich vierteljährlich fällig:

  • März

  • Juni

  • September

  • Dezember


Gewerbesteuer-Vorauszahlungen sind regelmäßig fällig am:

  • Februar

  • Mai

  • August

  • November


Die Vorauszahlungen orientieren sich grundsätzlich an der bisherigen Steuerfestsetzung. Steigt der Gewinn stärker als erwartet, können trotz laufender Vorauszahlungen später erhebliche Nachzahlungen entstehen.



Beispiel: Wie hoch sollte die Steuer-Rücklage sein?


Eine GmbH erwartet für das laufende Jahr einen steuerpflichtigen Gewinn von 200.000 Euro.


Bei einem Gewerbesteuer-Hebesatz von 400 % ergeben sich vereinfacht:

  • Körperschaftsteuer: 30.000 Euro

  • Solidaritätszuschlag: 1.650 Euro

  • Gewerbesteuer: 28.000 Euro

  • Gesamtsteuer: 59.650 Euro


Die Steuerbelastung beträgt damit rund 29,8 % des Gewinns.


Hat die GmbH bereits 40.000 Euro Vorauszahlungen geleistet, sollten zusätzlich noch rund 19.650 Euro für die voraussichtliche Abschlusszahlung verfügbar bleiben.



Warum reicht es nicht, nur die Vorauszahlungen zurückzulegen?


Vorauszahlungen basieren häufig auf vergangenen Steuererklärungen oder früheren Gewinnprognosen. Entwickelt sich das laufende Geschäftsjahr besser, steigt die tatsächliche Steuerbelastung.


Eine GmbH kann deshalb trotz vollständig gezahlter Vorauszahlungen eine hohe Nachzahlung erhalten.


Besonders relevant ist das bei:

  • stark steigenden Gewinnen

  • außergewöhnlich guten Quartalen

  • wegfallenden Betriebsausgaben

  • einmaligen Erträgen

  • zu niedrig festgesetzten Vorauszahlungen



FAQ


Muss eine GmbH gesetzlich eine Steuer-Rücklage bilden?


Eine bestimmte Geldreserve auf einem separaten Konto ist steuerrechtlich nicht vorgeschrieben. Die fälligen Steuern müssen jedoch unabhängig von der vorhandenen Liquidität fristgerecht bezahlt werden können.


Sind 30 % Steuer-Rücklage immer ausreichend?


Nein. Die tatsächliche Belastung hängt insbesondere vom Gewerbesteuer-Hebesatz und vom steuerlichen Gewinn ab. 30 % sind deshalb nur eine praktische Orientierung.


Sollte die Umsatzsteuer ebenfalls in die Steuer-Rücklage?


Ja, wirtschaftlich sollte auch vereinnahmte Umsatzsteuer nicht als frei verfügbare Liquidität betrachtet werden. Sie gehört jedoch nicht zur ertragsteuerlichen Rücklage aus Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer.


Können zu niedrige Vorauszahlungen angepasst werden?


Ja. Vorauszahlungen können an die voraussichtliche Steuer des laufenden Jahres angepasst werden. Dadurch kann eine hohe spätere Nachzahlung reduziert werden.


Für viele GmbHs ist eine Steuer-Rücklage von rund 30 % des steuerpflichtigen Gewinns ein sinnvoller Ausgangspunkt. Entscheidend sind jedoch der tatsächliche Gewinn, der örtliche Gewerbesteuer-Hebesatz und bereits geleistete Vorauszahlungen. Bei steigenden Gewinnen sollte die Rücklage während des Jahres entsprechend erhöht werden.


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