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🔄 Kann ich den Steuerberater wechseln – und wie läuft das ab?

  • Autorenbild: Martin Reiss
    Martin Reiss
  • 27. Okt.
  • 3 Min. Lesezeit

So gelingt der Steuerberaterwechsel ohne Stress und Missverständnisse


Viele Mandanten fragen sich irgendwann: „Kann ich meinen Steuerberater eigentlich wechseln?“ Die Antwort lautet: Ja, grundsätzlich jederzeit!


Ein Steuerberaterwechsel ist rechtlich erlaubt, meist unkompliziert – und manchmal sogar sinnvoll, wenn sich die Zusammenarbeit verändert hat.


Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten, damit der Wechsel reibungslos und fair abläuft.



💡 1. Grundsätzlich gilt: Sie dürfen Ihren Steuerberater jederzeit wechseln


In Deutschland gibt es keine gesetzliche Bindung an einen Steuerberater. Sie können das Mandat jederzeit beenden, sofern Sie keinen laufenden Vertrag mit festgelegter Laufzeit abgeschlossen haben. In der Regel bestehen Mandate auf unbestimmte Zeit und können formlos gekündigt werden – meist sogar ohne Angabe von Gründen.

Falls jedoch ein konkreter Vertrag (z. B. mit Mindestlaufzeit oder Kündigungsfrist) besteht, sollten Sie einen Blick in die Vereinbarung werfen oder kurz das Gespräch mit dem Steuerberater suchen.


Wichtig: Die Kündigung eines Mandats ist Ihr gutes Recht – aber sie sollte fair, transparent und geordnet erfolgen.


🤝 2. Bevor Sie wechseln: Reden hilft oft mehr als kündigen


Viele Unzufriedenheiten entstehen nicht aus Inkompetenz, sondern aus Missverständnissen. Vielleicht wurde etwas falsch kommuniziert, Erwartungen sind unklar oder Abläufe wurden nicht transparent erklärt.


Bevor Sie also den Steuerberater wechseln, empfiehlt sich ein offenes, vertrauensvolles Gespräch. Sprechen Sie Ihre Punkte ehrlich an – oft klärt sich vieles schnell und unkompliziert.


Grundsätzlich gilt: Steuerberater sind kompetente, geprüfte Fachleute, die ein großes Interesse daran haben, ihre Mandanten langfristig zufrieden zu stellen. Ein persönliches Gespräch ist daher meist der beste erste Schritt.


🧾 3. Wann ein Wechsel trotzdem sinnvoll sein kann


Trotz allem kann es Situationen geben, in denen ein Wechsel der richtige Weg ist, zum Beispiel bei:

  • Dauerhafter Unzufriedenheit oder fehlender Kommunikation

  • Unklaren oder wiederholt fehlerhaften Abrechnungen

  • Wunsch nach digitaler Arbeitsweise statt Papierablage

  • Veränderten Anforderungen, z. B. durch Gründung, Wachstum oder neuen Geschäftszweck

  • Fehlender Spezialisierung (z. B. E-Commerce, internationales Geschäft)



🧠 4. So läuft der Steuerberaterwechsel ab


Ein Wechsel ist einfacher, als viele denken – folgen Sie einfach diesen Schritten:


Schritt 1: Neuen Steuerberater auswählen

Suchen Sie gezielt nach einer Kanzlei, die fachlich und menschlich zu Ihnen passt. Achten Sie auf Erfahrung, Spezialisierung, digitale Tools und Sympathie.


Schritt 2: Mandat kündigen

Kündigen Sie das alte Mandat schriftlich und höflich – z. B. per E-Mail oder Brief. Ein kurzer Satz reicht:

„Hiermit beende ich das Mandatsverhältnis zum [Datum].“

Falls noch laufende Arbeiten offen sind, lassen Sie diese abschließen oder abrechnen.


Schritt 3: Datenübertragung

Ihr bisheriger Steuerberater ist verpflichtet, alle relevanten Unterlagen, Belege und Daten an den neuen Steuerberater zu übergeben (z. B. DATEV-Daten, Bilanzen, Bescheide).Das ist in der Berufsordnung der Steuerberater (BOStB) geregelt.

Sie müssen nichts manuell zusammenstellen – die Übergabe erfolgt in der Regel direkt zwischen den Kanzleien.

Schritt 4: Übernahme durch den neuen Steuerberater

Der neue Berater kümmert sich um alles Weitere: Finanzamtskommunikation, Datenimport, Einrichtung digitaler Systeme und laufende Betreuung.



💸 5. Was kostet der Wechsel?


Der Wechsel selbst verursacht keine zusätzlichen Gebühren. Nur für offene Leistungen oder noch nicht abgerechnete Arbeiten beim bisherigen Steuerberater fallen die üblichen Gebühren nach StBVV an. Sollte der neue Berater für die Einarbeitung Zeit benötigen, kann er diesen Aufwand transparent berechnen.



⚖️ 6. Gibt es rechtliche Risiken?


Nein – solange Sie geordnet wechseln, entstehen keine steuerlichen Nachteile. Das Finanzamt interessiert sich nur dafür, dass Erklärungen und Meldungen fristgerecht eingereicht werden, nicht durch wen.


Ein professioneller Steuerberater sorgt beim Wechsel dafür, dass alle Fristen, Daten und Meldungen nahtlos weiterlaufen.



🧭 7. Wann ist der beste Zeitpunkt für den Wechsel?


  • Privatpersonen: nach Abgabe der letzten Steuererklärung oder zu Jahresbeginn

  • Unternehmen: am Monats- oder Quartalsende (sauberer Buchhaltungsabschluss)

  • Lohnabrechnungen: nach einer abgeschlossenen Abrechnungsperiode


Im Grunde ist ein Wechsel jederzeit möglich, wenn beide Seiten gut kooperieren.



💬 8. Tipps für einen reibungslosen Wechsel


  1. Neue Kanzlei zuerst auswählen, dann kündigen

  2. Gespräch vorab führen, um Missverständnisse auszuräumen

  3. Offene Rechnungen begleichen

  4. Klare Kommunikation über den Wechselzeitpunkt

  5. Zugangsdaten und Freigaben (ELSTER, DATEV, Bankzugänge) aktualisieren

  6. Übergabe schriftlich dokumentieren



🧾 Fazit: Wechsel möglich – Gespräch oft besser


Ein Steuerberaterwechsel ist jederzeit erlaubt und meist unkompliziert. Wichtig ist, dass der Schritt überlegt und fair erfolgt. In vielen Fällen hilft schon ein offenes Gespräch, um Probleme aus der Welt zu schaffen – denn fast alle Steuerberater arbeiten fachlich einwandfrei, Missverständnisse entstehen häufig durch Kommunikation.

Kurz gesagt: Ja, Sie können Ihren Steuerberater wechseln – aber prüfen Sie vorher, ob nicht ein ehrliches Gespräch reicht. Wenn Sie sich dennoch für den Wechsel entscheiden, läuft alles klar geregelt, rechtssicher und ohne Risiko ab.

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