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Der steuerliche Wert ist nicht immer der Marktwert – warum das bei Testament, Vorsorge und Schenkung entscheidend ist

  • Autorenbild: Martin Reiss
    Martin Reiss
  • 19. Juni
  • 5 Min. Lesezeit

Wer Vermögen übertragen, ein Testament gestalten oder eine Schenkung innerhalb der Familie plant, beschäftigt sich früher oder später mit einer zentralen Frage: Welchen Wert hat das Vermögen eigentlich wirklich? Viele Menschen gehen davon aus, dass der Wert einer Immobilie, eines Unternehmens oder eines Vermögensgegenstandes eindeutig feststeht. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell: Der steuerliche Wert ist nicht immer der Marktwert. Genau dieser Unterschied kann erhebliche steuerliche und finanzielle Folgen haben – insbesondere bei Erbschaften, vorweggenommener Erbfolge, Schenkungen und der langfristigen Vermögensplanung.


Gerade im Bereich der Vermögensnachfolge entstehen häufig Fehlentscheidungen, weil steuerliche Bewertungsregeln unterschätzt oder falsch verstanden werden. Wer ausschließlich auf gefühlte Werte, Immobilienportale oder persönliche Einschätzungen vertraut, riskiert steuerliche Nachteile, unnötige Belastungen und vermeidbare Konflikte innerhalb der Familie. Deshalb ist eine professionelle steuerliche Begleitung durch einen Steuerberater nicht nur sinnvoll, sondern regelmäßig ein entscheidender Erfolgsfaktor für eine wirtschaftlich und familiär tragfähige Nachfolgeplanung.


Warum Marktwert und steuerlicher Wert oft voneinander abweichen


Der Marktwert beschreibt grundsätzlich den Preis, der unter normalen Bedingungen am Markt erzielt werden könnte. Er orientiert sich also daran, was ein Käufer tatsächlich bereit wäre zu bezahlen. Dieser Wert wird häufig auch als Verkehrswert bezeichnet.

Demgegenüber folgt der steuerliche Wert eigenen gesetzlichen Bewertungsregeln. Das deutsche Steuerrecht kennt zahlreiche Bewertungsverfahren, die insbesondere für Zwecke der Erbschaft- und Schenkungsteuer angewendet werden. Dabei kann der steuerlich festgestellte Wert deutlich über oder unter dem tatsächlichen Marktpreis liegen.


Dieser Unterschied überrascht viele Familien.


Ein typisches Beispiel sind Immobilien. Eigentümer orientieren sich oft an Verkaufspreisen aus der Nachbarschaft oder an Online-Schätzungen. Für steuerliche Zwecke gelten jedoch besondere Bewertungsverfahren, beispielsweise das Vergleichswertverfahren, das Ertragswertverfahren oder das Sachwertverfahren. Diese führen nicht automatisch zum identischen Ergebnis wie ein realer Verkaufswert.


Das bedeutet konkret: Eine Immobilie kann am Markt möglicherweise für 750.000 Euro verkauft werden, steuerlich aber mit einem deutlich höheren oder niedrigeren Wert angesetzt werden. Genau dieser steuerliche Wert bildet anschließend die Grundlage für die Berechnung der Erbschaft- oder Schenkungsteuer.


Wer diesen Unterschied nicht kennt, plant häufig mit falschen Zahlen.



Warum die steuerliche Bewertung für Testament und Vorsorge so wichtig ist


Bei Testamenten und der Vermögensvorsorge wird oft zuerst über persönliche Wünsche gesprochen: Wer soll was erhalten? Wie lässt sich Streit vermeiden? Wie kann der Ehepartner abgesichert werden? Wie bleiben Immobilien oder Familienvermögen erhalten?


Diese Fragen sind wichtig – reichen aber allein nicht aus.

Denn jede Nachfolgeentscheidung besitzt auch eine steuerliche Dimension. Die steuerliche Bewertung entscheidet mit darüber, ob Freibeträge optimal genutzt werden oder ob unnötige Steuerlast entsteht.


Gerade bei Immobilienvermögen zeigt sich häufig ein erhebliches Risiko. Wird Vermögen erst im Erbfall übertragen, können sich hohe steuerliche Werte ergeben. Werden dieselben Vermögensgegenstände dagegen rechtzeitig und strategisch durchdacht verschenkt, lassen sich Freibeträge mehrfach nutzen und Steuerbelastungen häufig deutlich reduzieren.


Bunte, moderne Comic-Zeichnung zum Thema steuerlicher Wert und Marktwert bei Testament, Vorsorge und Schenkung. Eine Person steht nachdenklich an einer Weggabelung zwischen zwei Richtungen. Links symbolisiert ein modernes Haus mit Sportwagen den Marktwert, rechts stehen Akten, Taschenrechner und Verwaltungsgebäude für den steuerlichen Wert und steuerliche Bewertung. Große Wegweiser zeigen „Marktwert“ und „Steuerlicher Wert“. Die Illustration verdeutlicht anschaulich die Unterschiede zwischen Marktwert und steuerlichem Wert bei Immobilien und Vermögensübertragungen. Unten rechts befindet sich das Branding „REISS Steuerkanzlei“.

Ein Testament ohne steuerliche Analyse bleibt deshalb unvollständig.

Viele Menschen investieren erhebliche Zeit in juristische Dokumente, beschäftigen sich jedoch nicht ausreichend mit den steuerlichen Folgen. Das kann dazu führen, dass eine eigentlich gut gemeinte Gestaltung wirtschaftlich nachteilig wirkt.

Deshalb sollte Nachfolgeplanung niemals isoliert erfolgen. Die steuerliche Perspektive gehört von Beginn an auf den Tisch.



Schenkungen richtig bewerten – Chancen und Risiken


Schenkungen gewinnen im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge zunehmend an Bedeutung. Eltern möchten Vermögen frühzeitig übertragen, Immobilien innerhalb der Familie erhalten oder Kinder und Enkel finanziell unterstützen.

Doch gerade hier spielt die Bewertung eine zentrale Rolle.


Die steuerliche Belastung hängt nicht davon ab, was Schenkende oder Beschenkte subjektiv für angemessen halten. Entscheidend ist ausschließlich der steuerlich ermittelte Wert.


Viele Menschen wissen nicht, dass steuerliche Freibeträge mehrfach genutzt werden können. Zwischen Eltern und Kindern bestehen beispielsweise erhebliche Freibeträge, die alle zehn Jahre erneut zur Verfügung stehen können. Das eröffnet große Gestaltungsmöglichkeiten.


Allerdings funktionieren diese Möglichkeiten nur dann optimal, wenn die steuerlichen Werte frühzeitig analysiert werden.


Wer eine Immobilie oder anderes Vermögen vorschnell überträgt, ohne die Bewertung professionell prüfen zu lassen, verschenkt möglicherweise steuerliche Vorteile oder löst unbeabsichtigt Steuerfolgen aus. Auch Wohnrechte, Nießbrauchsgestaltungen oder Teilübertragungen beeinflussen die Bewertung und müssen fachlich sauber eingeordnet werden.


Gerade deshalb sollte keine Schenkung „nebenbei“ erfolgen.

Eine Vermögensübertragung betrifft regelmäßig hohe Werte und langfristige Folgen für mehrere Generationen. Fehler lassen sich später häufig nur eingeschränkt oder gar nicht korrigieren.



Immobilien: Der häufigste Irrtum bei Erbschaft und Schenkung


Besonders deutlich wird die Problematik bei Immobilien.

Viele Eigentümer gehen davon aus, dass die Immobilie ungefähr den Preis wert ist, den ein Makler oder Nachbar nennt. Steuerlich zählt jedoch nicht die persönliche Einschätzung, sondern die gesetzliche Bewertungslogik.

Seit den Änderungen im Bewertungsrecht können steuerliche Immobilienwerte in bestimmten Fällen deutlich steigen. Dadurch erhöht sich das Risiko, dass Freibeträge schneller ausgeschöpft werden und Steuerzahlungen entstehen.

Hinzu kommt: Nicht jede Immobilie wird gleich bewertet.


Vermietete Immobilien, selbstgenutzte Häuser, Eigentumswohnungen, Mehrfamilienhäuser oder gewerblich genutzte Objekte unterliegen teilweise unterschiedlichen Bewertungsmechanismen.


Gerade deshalb ist eine steuerliche Prüfung unverzichtbar.

Wer frühzeitig erkennt, wie Finanzverwaltung und Steuerrecht ein Objekt bewerten, kann Handlungsspielräume schaffen und fundierte Entscheidungen treffen – statt später von Steuerbescheiden überrascht zu werden.


Handelsblatt Auszeichnung beste Steuerberater Deutschlands REISS Steuerkanzlei

Unternehmensvermögen und Familienbetriebe: Noch komplexere Bewertungsfragen


Neben Immobilien betrifft die Frage „steuerlicher Wert oder Marktwert?“ auch Unternehmen und Beteiligungen.

Für Familienunternehmen oder freiberufliche Strukturen kann die Bewertung besonders anspruchsvoll sein. Der tatsächliche wirtschaftliche Wert eines Betriebs stimmt oft nicht mit dem steuerlich relevanten Wert überein.

Dabei geht es nicht nur um Zahlen.


Es geht um Arbeitsplätze, Familienvermögen, Unternehmensfortführung und die wirtschaftliche Zukunft der nächsten Generation.

Fehleinschätzungen können erhebliche Steuerfolgen auslösen oder Nachfolgeregelungen erschweren. Deshalb sollte die Unternehmensnachfolge niemals ohne steuerliche Begleitung vorbereitet werden.

Eine professionelle steuerliche Planung schafft Klarheit und Sicherheit – gerade dort, wo emotionale und wirtschaftliche Interessen zusammenkommen.



Warum eine steuerliche Begleitung immer sinnvoll ist


Viele Menschen fragen sich zunächst, ob eine steuerliche Beratung wirklich notwendig ist oder ob Informationen aus dem Internet genügen.

Gerade bei Testament, Vorsorge und Schenkung lautet die Antwort eindeutig.

Allgemeine Informationen können Orientierung geben – sie ersetzen jedoch niemals die individuelle steuerliche Analyse.


Jede Familie besitzt andere Vermögensstrukturen, andere Ziele und andere Risiken. Freibeträge, Immobilienwerte, familiäre Konstellationen und zeitliche Aspekte wirken immer im Zusammenspiel. Deshalb gibt es keine Standardlösung.

Ein Steuerberater betrachtet nicht nur einzelne Vermögenswerte, sondern die gesamte steuerliche Situation.


Genau darin liegt der entscheidende Vorteil.

Statt isolierte Maßnahmen umzusetzen, entsteht eine abgestimmte Strategie. Risiken werden frühzeitig erkannt, steuerliche Belastungen kalkulierbar gemacht und Gestaltungsmöglichkeiten genutzt, bevor Fristen oder ungünstige Entwicklungen Handlungsspielräume einschränken.


Wer Vermögen schützen und geordnet übertragen möchte, sollte deshalb keine Entscheidungen auf Vermutungen oder Standardvorlagen stützen.



Fazit: Der steuerliche Wert entscheidet oft über den Erfolg der Nachfolgeplanung


Der steuerliche Wert ist nicht immer der Marktwert – und genau dieser Unterschied kann über hohe Steuerbelastungen oder wirtschaftlich sinnvolle Gestaltung entscheiden.


Ob Testament, Vorsorge, Immobilienübertragung oder Schenkung: Ohne fundierte steuerliche Bewertung bleibt jede Vermögensplanung lückenhaft.

Wer frühzeitig handelt und steuerliche Zusammenhänge professionell prüfen lässt, schafft Sicherheit für sich selbst und für die nächste Generation. Genau deshalb lohnt sich eine frühzeitige steuerliche Begleitung nicht erst bei konkreten Problemen, sondern bereits in der Planungsphase.


Die Erfahrung zeigt deutlich: Vermögensnachfolge funktioniert dann besonders erfolgreich, wenn steuerliche, wirtschaftliche und familiäre Aspekte gemeinsam betrachtet werden.


Die REISS Steuerkanzlei begleitet Mandanten bei Testament, Vorsorge und Schenkung mit dem Ziel, steuerliche Risiken zu vermeiden, Gestaltungsspielräume zu nutzen und langfristig tragfähige Lösungen zu entwickeln. Denn gerade bei Vermögensübertragungen gilt: Gute Entscheidungen entstehen nicht zufällig – sie entstehen auf Grundlage einer professionellen steuerlichen Planung.

 
 
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