Zahnarztkosten bei der Steuer absetzen 🦷💶
- Martin Reiss

- vor 22 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
So machen Sie Behandlungskosten steuerlich geltend –
Zahnarztkosten können schnell mehrere tausend Euro betragen – insbesondere bei Zahnersatz, Implantaten oder kieferorthopädischen Behandlungen. Viele Steuerpflichtige wissen jedoch nicht, dass sich ein erheblicher Teil dieser Aufwendungen steuerlich auswirken kann.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wann und wie Zahnarztkosten als außergewöhnliche Belastung steuerlich absetzbar sind, welche Voraussetzungen gelten und worauf Sie unbedingt achten sollten.
1. Grundsatz: Zahnarztkosten als außergewöhnliche Belastung (§ 33 EStG)
Zahnarztkosten zählen steuerlich zu den außergewöhnlichen Belastungen. Das bedeutet:
Die Kosten müssen medizinisch notwendig sein
Sie dürfen nicht vollständig von der Krankenkasse übernommen werden
Sie müssen selbst getragen worden sein
Typische absetzbare Zahnarztkosten:
Implantate
Kronen, Brücken, Prothesen
Wurzelbehandlungen
Parodontose-Behandlungen
Zahnoperationen
Kieferorthopädische Maßnahmen
Professionelle Zahnreinigung (wenn medizinisch begründet)
💡 Wichtig: Auch Zuzahlungen, Eigenanteile und privat getragene Mehrkosten können steuerlich relevant sein.
2. Die zumutbare Eigenbelastung – der entscheidende Faktor
Das Finanzamt berücksichtigt Zahnarztkosten nicht in voller Höhe. Zunächst wird die sogenannte zumutbare Eigenbelastung abgezogen.
Diese hängt ab von:
Ihrem Einkommen
Ihrem Familienstand
Der Anzahl Ihrer Kinder
Erst wenn die Zahnarztkosten diese Grenze übersteigen, wirkt sich der übersteigende Betrag steuerlich aus.
Beispiel: Eine Familie mit 80.000 € Einkommen hat Zahnarztkosten von 6.000 €.Die zumutbare Belastung beträgt z. B. 3.000 €.
👉 Steuerlich berücksichtigt werden 3.000 €.
Je höher Ihr Einkommen, desto höher fällt die zumutbare Belastung aus.
3. Was ist mit ästhetischen Behandlungen? 🤔
Rein kosmetische Maßnahmen sind grundsätzlich nicht absetzbar.
Beispiele:
Zahnaufhellung (Bleaching)
rein ästhetische Veneers
Anders sieht es aus, wenn eine medizinische Indikation vorliegt (z. B. psychische Belastung oder funktionale Einschränkung). Hier sollte unbedingt eine ärztliche Bescheinigung vorliegen.
4. Welche Nachweise verlangt das Finanzamt?
Für die steuerliche Anerkennung benötigen Sie:
Zahnarztrechnung
Zahlungsnachweis
Erstattungsnachweis der Krankenkasse
ggf. ärztliche Bescheinigung bei speziellen Maßnahmen
⚠️ Entscheidend ist das Zahlungsjahr, nicht das Behandlungsjahr. Maßgeblich ist also, wann Sie tatsächlich gezahlt haben.
5. Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten
Gerade bei größeren Behandlungen (z. B. Implantate mit hohen Eigenanteilen) kann es sinnvoll sein:
Zahlungen in ein Kalenderjahr zu bündeln
Ratenzahlungen steuerlich strategisch zu planen
mehrere außergewöhnliche Belastungen in einem Jahr zusammenzuführen
Eine gezielte Planung kann die Steuerersparnis erheblich erhöhen.
6. Selbstständige & Unternehmer: Besonderheiten
Sind Sie selbstständig, Zahnarzt oder Freiberufler? Dann gilt:
Zahnarztkosten bleiben grundsätzlich Privataufwendungen
Ein Abzug als Betriebsausgabe ist nicht möglich
Nur bei nachweisbarem beruflichem Zusammenhang (sehr selten) könnte eine andere Bewertung erfolgen
Hier ist eine sorgfältige steuerliche Prüfung empfehlenswert.
7. Fazit: Zahnarztkosten clever steuerlich nutzen 🧾
Zahnarztkosten können Ihre Steuerlast deutlich senken – insbesondere bei:
hohen Implantatkosten
umfangreichem Zahnersatz
kieferorthopädischen Maßnahmen bei Kindern
Entscheidend sind:
✔ medizinische Notwendigkeit
✔ vollständige Dokumentation
✔ Überschreiten der zumutbaren Belastung
✔ richtige zeitliche Zuordnung
Wer hier strategisch vorgeht, kann mehrere tausend Euro Steuerersparnis erzielen.
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