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Nebengewerbe gründen: Worauf muss ich steuerlich achten? 💼📊

  • Autorenbild: Martin Reiss
    Martin Reiss
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Ein Nebengewerbe ist für viele der ideale Einstieg in die Selbstständigkeit – ob als zweites Standbein, zur Verwirklichung einer Geschäftsidee oder zum Aufbau zusätzlicher Einnahmen. Doch neben Motivation und Fachwissen spielt vor allem eines eine entscheidende Rolle: die richtige steuerliche Planung.


Wer hier Fehler macht, riskiert Nachzahlungen, Ärger mit dem Finanzamt oder unnötige Steuerbelastungen. In diesem Beitrag erfährst du kompakt und verständlich, worauf du bei der Gründung eines Nebengewerbes steuerlich achten musst – praxisnah erklärt vom Steuerberater. ✅



✅ 1. Nebengewerbe anmelden – Gewerbe oder freiberuflich?


Zuerst musst du klären:

Bin ich gewerblich oder freiberuflich tätig?

Gewerbe (z.B.):

  • Onlinehandel / Amazon / Etsy

  • Handwerk

  • Gastronomie

  • Dienstleistungen mit Gewinnerzielungsabsicht


👉 Anmeldung beim Gewerbeamt erforderlich


Freiberuflich (z.B.):

  • Berater

  • Designer

  • Dozenten

  • IT-Entwickler

  • Heilberufe


👉 keine Gewerbeanmeldung, aber steuerliche Anmeldung beim Finanzamt

Die korrekte Einordnung ist wichtig, da Gewerbetreibende zusätzlich Gewerbesteuer zahlen können.



✅ 2. Fragebogen zur steuerlichen Erfassung 📄


Nach der Anmeldung erhältst du vom Finanzamt den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.


Hier legst du u.a. fest:

  • erwarteter Umsatz & Gewinn

  • Kleinunternehmerregelung ja/nein

  • Gewinnermittlungsart (EÜR oder Bilanz)

  • Steuervorauszahlungen


Tipp: Falsche Schätzungen können zu hohen Vorauszahlungen oder Nachzahlungen führen – hier lohnt sich professionelle Beratung.



✅ 3. Kleinunternehmerregelung oder Umsatzsteuer?


Eine der wichtigsten Entscheidungen für Gründer.


Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG)

Vorteile:

  • keine Umsatzsteuer auf Rechnungen

  • weniger Bürokratie

  • einfache Buchhaltung


Grenzen:

  • Umsatz im Vorjahr ≤ 25.000 €

  • laufendes Jahr ≤ 100.000 €


Regelbesteuerung

Vorteile:

  • Vorsteuerabzug möglich

  • professionellerer Auftritt bei Geschäftskunden


Nachteil:

  • monatliche oder vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung


👉 B2B-Geschäfte profitieren meist von der Regelbesteuerung, nebenberufliche Kleinprojekte oft von der Kleinunternehmerregelung.



✅ 4. Einkommensteuer nicht vergessen 💡


Auch wenn es „nur“ ein Nebengewerbe ist:

👉 Der Gewinn zählt voll zur Einkommensteuer.


Das bedeutet:

  • Zusammenrechnung mit deinem Hauptjob

  • höherer Steuersatz möglich (Progression)

  • ggf. Steuervorauszahlungen


Deshalb wichtig:

  • Rücklagen bilden

  • Steuerlast frühzeitig kalkulieren



✅ 5. Gewerbesteuer – wann wird sie fällig?


Nur für Gewerbetreibende relevant.


Freibetrag: 👉 24.500 € Gewinn pro Jahr


Erst darüber fällt Gewerbesteuer an.Die gezahlte Gewerbesteuer wird teilweise auf die Einkommensteuer angerechnet.


Viele Nebengewerbe bleiben daher zunächst steuerfrei in diesem Bereich.



✅ 6. Buchhaltung & Aufzeichnungspflichten 📚


Auch kleine Nebengewerbe brauchen eine saubere Buchführung:

Pflichten:

  • Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)

  • Belege sammeln

  • Rechnungen korrekt ausstellen

  • getrenntes Geschäftskonto empfohlen

  • GoBD-konforme Aufzeichnungen


Digitale Buchhaltung spart Zeit und Nerven – und verhindert Probleme bei Betriebsprüfungen.



✅ 7. Typische Fehler vermeiden 🚨


Aus der Praxis sehen wir häufig:

❌ private und geschäftliche Ausgaben vermischen

❌ keine Rücklagen für Steuern

❌ falsche Umsatzsteuerwahl

❌ verspätete Meldungen ans Finanzamt

❌ fehlende Belege


Diese Fehler kosten schnell Geld. Saubere Strukturen von Anfang an zahlen sich aus.



✅ 8. Fazit: Steuerliche Planung spart bares Geld


Ein Nebengewerbe bietet große Chancen – aber nur mit klarer steuerlicher Strategie.

Wer frühzeitig:

✔ die richtige Rechtsform wählt

✔ steuerliche Optionen prüft

✔ seine Buchhaltung organisiert

✔ professionelle Beratung nutzt


vermeidet Stress und zahlt am Ende oft weniger Steuern.


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